Gestern haben wir eine Splitboard-Tour der absoluten Superlative hingelegt. Für alle, die ähnlich Spektakuläres erleben wollen, habe ich mal die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die aus einer ganz normalen Tour einen unvergesslichen Trip machen:
1. Hör nicht auf die Ratschläge von Leuten, die erst vor wenigen Tagen unterwegs waren und die Verhältnisse gut kennen.
2. Lass die Sonnencreme im Handschuhfach, ohne sie vorher anzurühren.
3. Wenn in der Tourenbeschreibung die Worte „selten besucht“ auftauchen, denke keine Sekunde darüber nach, warum das so ist.
Zu den Details:
Zuerst ging’s in den kurzen Grund in der Kelchsau. Bis hier hin war alles noch bombastisch: frisch verschneite Tannen und eine schneebedeckte Straße haben die perfekte Winterillusion erzeugt. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Alles nur Fassade, denn wenig auf gar nichts ergibt auch in der Summe noch keinen Tiefschneehang. So waren wir erst mal ganz froh um den Forstweg, auf dem man sich die ersten Höhenmeter durch den untergrundlosen Wald mogeln konnte.
Die ersten Meter in freiem Gelände

Immerhin hatte die Tourenbeschreibung nicht gelogen und wir waren wirklich ganz alleine. Zuerst jedenfalls. So kamen wir in den Genuss ca. 1000 Hm spuren zu dürfen. Ich bin mir nicht sicher, ob es Studien über den Zusammenhang zwischen Aduktorenzerrungen und Spurenlegen gibt, aber falls hier Interesse besteht, stelle ich meinen Körper gerne in den Dienst der Forschung. Bei Bedarf einfach per Mail anfragen.

Wie oben angedeutet, hat es mit der ersten Spur leider nur auf dem Weg nach oben geklappt. Ungefähr 100 m unter dem Gipfel wurden wir von zwei Skitourengehern eingeholt, die eine Stunde später losgegangen waren als wir! Ihr Kommentar: „Jo is scho anstrengend heute wo die Felle so stollen – Dank euch“
Wir helfen ja gerne wo wir können. Der Ehrlichkeit halber muss aber noch erwähnt werden, dass die Pommesrutscher aus lauter Verlegenheit ihren Tee mit uns geteilt haben und dann doch als erste in die unverspurten Hänge gedroppt sind. Wie auch immer, die ersten 500 Höhenmeter im frischen Pow auf guter Unterlage waren sensationell – auch wenn die Sonne, sich grad mit dem Festziehen der letzten Schnalle hinter eine Wolke geschoben hat.

Auf den unteren 500 Hm war dann der Forstwegfanatiker gefragt. Die hohe Kunst des Forstwegfahrens wird ja oft unterschätzt, aber gestern kamen auch Könner dieser Disziplin an ihre Grenzen. Man stelle sich vor: maximal 10 cm Pulver ohne Unterlage und das gute Selbstgepresste an den Füßen – da heißt es: Splitboard plan auflegen, nicht drehen und auf gar keinen Fall aufkanten. So bin ich zu meiner absolut längsten Staightline dieses Winters gekommen.
Österreichische Karte 1:25000 V
Bundesamt für Eich und Vermessungswesen
Nr. 121 Neukirchen BMN 3702
Tobi