Eine wilde Geschichte, die auf der anderen Seite vom Teich begonnen hat. Im November 2012, Skypen mit USA. Am Mike das Phantom, John Keffler. J.K hat eine neuartige Splitboardbindung aufs Gleis gestellt. Hardboot? Wie? Was? Neues System? Echt, so was klingt immer interessant für mich. Was natürlich einen unwiderruflichen Reflex ausübt. Spontan sichere ich mir ein Sample. So weit war`s einfach. "Einfach" alles auf ein zweiteiliges Board schrauben, mit Adapterlösungen? Never! Eher ein Fall für den Schmid von Kochel, als für meiner einer. Da braucht`s einen Dynafit Concept 2 Teiler der ganz besonderen Sorte.

Bindungs-Test, im Champagne Powder? Eher was für Konsumenten, die gerne alles glauben. Das Wildschnee Testgebiet ist meist kein Powderhang in Stanton, Fehlanzeige, kurz und knackig BGL. Da wo`s steil zur Sache geht, wichtig mit Notausgang.

Der Aufstieg gestaltet sich eher mit Griaß Euch. A: Es sind schon einige mehr unterwegs nach unten, wie nach oben. B: 14.30 h ist keine Zeit für einen Tourstart. C: Angesagt ist jetzt der Randstreifen, eine Warnweste wäre auch nicht schlecht. Bergauftigern am Rand des Forstweges bis zur Hüttn. Danach geht`s scharf links zum Einbahner in die Waldschneise.

Nach scharf links, kommt einiges an zick zack Bewegungen durch den heimischen Wald. Mit Hilfe meiner Aktion kürze ich einiges elegant ab. Gleich merken: Singeltrail für den Sommer. Schön, aber langsam kommt auch schon etwas Schnee und Eis auf die Boardteile. Vor allem auf die Bindungsteile - Bindung? Die sollte jetzt im Rucksack sein. Ein Manko an diesen Systemen: Die fehlende Tugend der Doppelfunktion für Aufstieg und Abfahrt.

Ein Forstweg hat was, schneller wie gedacht gelange ich zum Check In. Nach einer guten halben Stunde stehe ich am ersten Felsabbruch. Ein kleiner Rutscher im Anmarsch, der kommt von der Abzweigung zur Schneegrube. So soll`s sein, drüber rumpeln und bei der Abfahrt noch mal das selbe bitte. "Heute nur von der Groben". 1A Waschbrett für Board und Bindung.

Nach drüber kommt durch, nach rechts kommt links. Jetzt geht`s auf, im BGL Elevator, Aufstiegsspur = Fehlanzeige. Alles zerbombt, so soll`s sein, eine richtig gute Teststrecke. Wer braucht im BGL schon Zickzack-Aufstiege? Diese Burschen sind eiserne Verfechter der Direttissima. Notiz: steil ist geil.

Zur Not gibts die mega Monster Dynafit Harscheisen in 130 mm Breite. Klar braucht die hier keiner, nur ich. Für den Direktanstieg eine Wahnsinnssache. Einlegen im Climbingmode versteht sich von selbst, Dynytime.

Nach gut 1:35,33 h stehe ich ganz ON TOP. Nach dem Motto: DYNAFIT - mei san die fit. Kurz einen Schluck aus der Flasche, einen Riegel rein, raus mit der Fotomaschine. Zum Test: Disziplin Umbau. Das Board kann man als soliden Aufbau betrachten: Voile Nose/Tail Clips, zweifache Steighilfen, Dynafit Toepices, Wildschnee Jing Jang Verbinder mit Voile Lochstich. 16.05 h das Board ist zusammen gesteckt.

Erster Montageversuch nichts geht, der Klassiker schlecht hin. Der Grund: Schnee unter dem Rastbereich. Cleaning ist angesagt, nur mal grob, fürs Erste. Den selbstreinigenden Voile Standard bringt`s System leider nicht an den Tag.
Zweiter Versuch, nach dem Reinigen geht`s jetzt ohne Zicken. Klick - klack und deutlich hörbar rastet die Bindung ein. Die überlappenden Pucks sind bei dem System Pflichtprogramm. Die Klemmung wird über je 2 Interface Bausteine direkt auf die Bindungsplatte geleitet.

Beim Einstieg in die Bindung fällt die enorme Qualität der Bügel auf. Die sich schwergängig, aber rastenlos in ihrer Position einstellen lassen. J.K hat sich da nicht lumpen lassen, da kommen Premiumteile einer Burton Raceplate zu Einsatz.
Next step: Down Stairs, gleich nach dem ersten Turn ist klar, das System hält. Die Abfahrt gestaltet sich echt rau über die alten Lawinenabgänge und einige Beton-Maulwurfshügel in der Trendfarbe Schneeweiß. Immer straight die Dinger. Ruckartige Manöver setzt die Phantom Bindung 1:1 um. Ohne Gedenksekunden, fast schon zu radikal mit Hardboots. Jederzeit kommt ein vertrautes allrightfeeling in mir auf. Am letzten Hang habe ich mir den Test erlaubt und das System mehrmals auseinander und zusammen gebaut. Ohne zicken, kein Verzug. Einziges Manko: beim Entriegeln sollten die 2 Pins gleichzeitig gezogen werden. Das geht noch, allerdings muss man jetzt auch noch die Bindung verdrehen. Zumindest einen Ruck, bis die Stifte in der Open-Position klemmen. Nach 3, 4 Versuchen geht`s auch ohne Zicken. Ziehen und Drehen wird eine Bewegung. Fazit: Ganz klar, dass die Bindung noch Potenzial zur Verbesserung hat, aber auf den ersten Testmetern hat sie überzeugt. Ich bin gespannt, was ich noch alles bis zum Ende der Saison mit der Phantom Bindung erleben werde.
Wer will kann sich das komplette Board zum Testen bei mir ausleihen. Einzige Gegenleistung: Testbericht verfassen.
Interface Gewicht: 4 x 130g
Bindungsplatten: Gewicht: 2x 505g

Zum Gewicht: Dass da noch einiges an der Speckschwarte herunter kommen kann, ist klar.
Next, Job für J.K.
Markus