Bettlerkarspitze

Bei Skitourengehern ist das Karwendel nicht unbeidingt hoch geschätzt. Zu steil, schlecht zugäglich, keine Genusstouren, lauten die Standardkommentare. Das wollte ich nicht so recht einsehen. Dieser riesige Gebirgsstock muss einfach noch mehr zu bieten haben, als das Schlauchkar und die Pleisspitze. Also hab ich mir die DAV-Karte Karwendel Ost, Zettel und Bleistift geschnappt und bin auf die Suche nach fahrbaren Hängen gegangen. Dabei springt einem recht bald das Plumskar ins Auge. Im Internetz fand ich allerdings nur Sommer-Beschreibungen und einen mageren Tourenbericht. Mittlerweile ist mir auch klar warum.·Ein paar Tage später treffen wir uns am Checkpoint Pertisau. Die Mautstraße ist offiziell noch gesperrt und so gibt’s ein kleines Radelwarmup.

Im Frühtau zu Berge wir fahr’n fallera!

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Stilecht wird in Softboots gebiked.

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Morgenmuffel Markus.

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Radlparkplatz mit Gipfelblick. Bis zur Gernalm sind es ca. 4 km und 100 hm. Wenig später können wir die Bindung zu, auf, zu, auf und wieder zumachen – wir stehen auf einer mehr oder weniger durchgehenden Schneedecke.

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Und schön langsam wird klar, warum wir hier keine Spuren finden. Nach einem kurzen Stück Forstweg geht es in ein immer steiler werdendes Bachtal mit mehreren Stellen, die sich hervorragend für einen verfrühten Abgang eignen. Dann stehen wir endlich in einer kleinen Senke, an deren Ende ein steiler Latschenhang auf uns wartet. Der Gipfel steckt noch in Wolken, aber wir können schon jetzt erahnen, dass das obere Kar die Mühe wert ist. Also weitergestapft.

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Die Latschenzohne ist steil aber ungemütlich, doch immerhin kommt so was wie Vorfreude auf die Abfahrt auf. Also einfach noch ein paar Spitzkehren dranhängen. Dann Salami und Knoppers. Vom Gipfel ist immer noch nichts zu sehen. Indes wird die dauende Spurerei etwas anstrengend.

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Also nicht lang hin und her sondern grad ’nauf.

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Das geht bis zu einer kleinen Stufe (im Hintergrund), auf der das Gefälle kurzfristig die 40 Grad Marke ankratzt.

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Besonders stolz bin ich auf diesen Lensflare 180. Die Technik ist in etwa die gleiche wie beim Duschen. Nur der Oberkörper rotiert für eine bessere Bildkontrolle noch ein bisserl mit. Dem folgen ein paar wacklige Spitzkehren oberhalb der Felsen und schon stehen wir unter der Gipfelrinne.

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Allerdings ist mit der Kraft schon mehr oder weniger Sense und aus dem Tal dringt das 12-Uhr-Läuten herauf. Zum Glück hängt oben eine dicke Wechte, so wird der Gipfelverzicht zur Vernunftentscheidung.

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Paybacktime

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Woooohouuuuuu

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Keine Sau weit und breit.

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11 Sekunden später fällt die falsche Entscheidung, nicht den Aufstiegsweg runterzufahren, sondern einfach irgend eine der Rinnen zu nehmen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt vorausgefahren bin.

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Seitrutsch-Action nach Traversier-Action nach Abschnall-Action, nach epic Fluch-Action.

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Alles gut gegangen.

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Etwas später stehen wir am oberen Ende des bekannten Bachbetts. Als Skifahrer kann man jetzt mit einem kleinen Aufstieg und etwas Anschieben easy aus der Schlucht rausqueren. Wir dagegen entscheiden uns für die Diretissima und ein paar sketchy Klettereinlagen, die von oben so nicht zu erwarten waren.

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Bei den wirklich üblen Stellen war keine Hand mehr zum Fotografieren mehr übrig, aber Flatwater-Softboot-Bouldern wird eh keine Trendsportart.

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1a Radlständer.

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Dann noch kurz auf den Forstweg, Baumstumpfslalom und zum Auto rollen. War ein wilder Tag, bei dem der erstklassige obere Teil mit einigen Kompromissen in Aufstieg und Abfahrt erkauft wird. Für Snowboarder hat die Tour eher Abenteurercharakter.

Schön war's trotzdem.

 

Tobi

Verts

Verts die Alternative zum Schneeschuh.

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