Gaiskogel

 

In München steht ein Hofbräuhaus, im Kühtai steht der Dreiseenlift und darum stehen wir schon um kurz nach 9 wohlriechend und energiegeladen auf 2450 Metern Höhe.  

Überschaubarer Anstieg.

  

Der Gaiskogel ist der Gipfel unter dem Kreuz links. 

Also munter drauf losmarschiert. Alles easy.

 

Wird scho steiler.

 

Wird steil und eisig und gleich auch noch felsig.  

Diese Meter sind wir ohne Abschnallen hochgekommen. Wie spielt keine Rolle und mehr wird nie ein Mensch erfahren.



Immerhin lohnt sich’s.

 

Mühsam wühlen wir uns durch die 60 cm Neuschnee.

Hier oben bläst es wie ein ganzer Posaunenchor. Dementsprechend einladend präsentiert sich der Rücken.
 

Steigeisen wären jetzt a gwante Sach. Mitgenommen haben wir sie, aber im Moment liegen die Dinger im Kofferraum – gleich neben dem Helm.

 

Am Gipfel angekommen sieht man erst mal keine direkte Abfahrtsmöglichkeit, bei der die Überlebenschancen die 50% übersteigen. Also biegen wir links ab, kraxeln kurz einen weiteren Grat entlang und finden das Schneefeld, das durchgeht.

Erst gradaus, dann rechts. 
 

Schneequalität: Powder. Schneekonsistenz: Beton. Leider hat der Wind den Hang komplett ausgeblasen. Das schmälert aber nicht nur den Abfahrtsgenuss, sondern zugleich auch die Auslösewahrscheinlichkeit. Der Kompromiss geht in Ordnung. 

 

Der Eindruck täuscht: Mein Swallowtail hat nicht wirklich viel zu tun heute. 

Der obere Teil. Wir sind das Schneefeld rechts vom Gipfel runter. 

Kaum stehen Bäume drumrum, ist der Waldspezialist in seinem Element.

„Siehst du den Bach da unten?“
„Ja“
„Da müss‘ ma drüber“
„Ja“
„Siehst du die Bruck'n?“
„Nein“
„Dann fahr mir nach, ich weiß wo’s hin geht“
„Ok“

 

Das Brett ist wirklich drüben angekommen.

 

Der Markus auch.

 

High five mit der Fusselfrau, Viertelstunde auf den kostenlosen Skibus gewartet und ab und heim.

 


Geil war’s.
Tobi

 

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